Theater Winterthur

Brief einer Unbekannten

Schauspiel nach der Novelle von Stefan Zweig
 

Er ist attraktiv, begehrt und ein erfolgreicher Schriftsteller. An seinem Geburtstag bekommt er einen Brief einer ihm unbekannten Frau. Es ist ihre Lebensbeichte an einen Mann, der für sie seit ihrer Kindheit der Lebensmittelpunkt war, ohne es je gewusst zu haben. Stefan Zweigs feinsinnig poetische und lyrische Sprache untermalt diese einzigartige Liebestragödie, die Geschichte der einen grossen Liebe, die unerwidert blieb.

Immerzu in Bewegung lebt der Schriftsteller R. ein Leben, das nur seinem eigenen Rhythmus folgt, in dem seine zahlreichen Geliebten zwar ein und aus gehen, aber nie bleiben. Die Unbekannte liebt ihn voller Leidenschaft aus der Ferne, diesen beeindruckenden, fehlerfreien Mann, oder zumindest ihre idealisierte Vorstellung von ihm. Selbst als sich ihre Wege kreuzen, offenbart sie sich ihm nicht und bleibt so nur eine von vielen, eine blasse Erinnerung.

Stefan Zweig bezeichnete sich selbst als Psychologen aus Leidenschaft, gilt als Meister der genauen Beobachtung und erschafft so ausgefeilte, tiefgründige und zeitlose Charaktere. Untermalt wird Thomas Guglielmettis Inszenierung dieser aussergewöhnlichen Liebesgeschichte von der emotionalen und gefühlvollen Musik Franz Schuberts, live dargeboten vom Martha Quartett.

Foto © Peter Knup