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406 Clybourne Street lautet die Adresse des schmucken Einfamilienhauses in einem gutbürgerlichen Vorort. In Bruce Norris’ tiefschwarzer Komödie wird dieses zum Auslöser erbitterter Nachbarschaftsstreitigkeiten.
1959: Ein weisses Ehepaar will nach dem tragischen Tod des Sohnes dem Familien- heim und der alten Umgebung endgültig den Rücken kehren. Dass sie ihr Haus – zudem noch viel zu billig! – an eine farbige Familie verkauft haben, missfällt nicht nur den örtlichen Rotariern. Der soziale Niedergang der Gegend scheint vorprogrammiert. Hinter wohlformulierten Argumenten gegen den Verfall der Grundstückspreise und
für den Erhalt des nachbarschaftlichen Gefüges lauert blanke Angst und kaum verschleierter Rassismus.
2009: dasselbe Haus. Die inzwischen gut durchmischte Gegend ist auf bestem Wege, wieder zu einem angesagten Viertel zu werden. Längst hat an der Ecke ein Bioladen eröffnet, und natürlich gibt es ein örtliches Komitee, das sich für eine behutsame Renovierung der historischen Bausubstanz einsetzt. Als die Nachfahren der einstigen farbigen Besitzer das Haus an ein neureiches weisses Paar verkaufen, führen deren radikale Umbaupläne erneut zu heftigen Auseinandersetzungen.
Der amerikanische Schauspieler und Dramatiker Bruce Norris legt in «Clybourne Park» den Finger exakt in die Wunde unserer vermeintlich so aufgeklärten und multi- kulturellen Gesellschaft. Hat sich in den vergangenen 50 Jahren wirklich etwas an unseren inneren Haltungen verändert?
Im Anschluss an die Vorstellung vom Mittwoch, 12.09. findet eine öffentliche Premierenfeier statt.
Deutschsprachige Erstaufführung
Das Stück wurde mit dem Pulitzer-Preis 2011 ausgezeichnet.
Inszenierung
Matthias Fontheim
Ausstattung
Marc Thurow