Im Laufe der Saison werden alle Geschichten der bekannten Novellen-
sammlung Gottfried Kellers von Schweizer Schauspielern gelesen.
16.04.
Franziska von Fischer liest
«Frau Regel Amrain und ihr Jüngster»
Seldwyla bedeutet nach der älteren Sprache einen wonnigen und sonnigen Ort, und so ist auch in der Tat die kleine Stadt dieses Namens gelegen irgendwo in der Schweiz. Sie steckt noch in den gleichen alten Ringmauern und Türmen wie vor dreihundert Jahren und ist also immer das gleiche Nest. Aber schön ist sie gelegen, mitten in grünen Bergen, die nach der Mittagsseite zu offen sind, sodass wohl die Sonne herein kann, aber kein raues Lüftchen. Deswegen gedeiht auch ein ziemlich guter Wein rings um die alte Stadtmauer, während höher hinauf an den Bergen unabsehbare Waldungen sich hinziehen, welche das Vermögen der Stadt ausmachen. In einer so lustigen und seltsamen Stadt kann es an allerhand seltsamen Geschichten und Lebensläufen nicht fehlen, da Müssiggang aller Laster Anfang ist. Doch nicht solche Geschichten, wie sie in dem beschriebenen Charakter von Seldwyla liegen, will ich eigentlich erzählen, sondern einige sonderbare Abfällsel, die so zwischendurch passierten, gewissermassen ausnahmsweise, und doch auch gerade nur zu Seldwyla vor sich gehen konnten.
Vergangene Termine:
19.03.
Samuel Weiss: «Pankraz, der Schmoller» (wegen Krankheit abgesagt)
20.02.
Adrian Furrer: «Die missbrauchten Liebesbriefe»
09.01.
Sarah Sophia Meyer: «Die drei gerechten Kammmacher»
12.12.
Michael Neuenschwander: «Der Schmied seines Glücks»
14.11.
Deborah Epstein: «Romeo und Julia auf dem Dorfe»
24.10.
Hanspeter Müller- Drossaart: «Spiegel, das Kätzchen»
19.09.
Andreas Guglielmetti: «Kleider machen Leute»
