Die Netzwelt

Stück von Jennifer Haley
 

«Wo beginnt die fiktionale Welt, wo endet die Wirklichkeit? Der Zuschauer weiss am Ende nicht mehr so genau, was nun eigentlich wirklich geschehen ist, wer als was in welcher Welt agierte, aber genau um diese Ununterscheidbarkeit geht es Jennifer Haley, und ihr Stück verweigert einfache Antworten.» FAZ

Das Stück spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft: Eine neuartige Version des Internets macht es möglich, mit allen Sinnen in die Netzwelt einzutauchen. Mit einer fremden Identität ausgestattet, kann man dort Erfahrungen machen, die intensiver sind als alles, was die reale Welt zu bieten hat. Der jungen Ermittlerin Morris offenbaren sich die Verlockungen dieser totalen Freiheit als Alptraum: Im sogenannten Refugium floriert das Geschäft mit den dunkelsten Fantasien des Menschen – mit Sex und Gewalt. Morris bewegt sich mit ihren Untersuchungen auf Neuland. Alle Machenschaften in der Netzwelt sind lediglich eine Simulation im Einverständnis aller Beteiligten und ohne Konsequenzen für die reale Welt – oder doch nicht? «Die Netzwelt» der in Los Angeles lebenden Autorin Jennifer Haley thematisiert die Verheissungen und Abgründe eines anbrechenden virtuellen Zeitalters.

Tatsächlich gibt es in Bernhard Mikeskas Inszenierung, dem Virtuosen im Erfinden unmittelbarer Bühnensituationen, keinen einzigen Computer auf der Bühne. Die Faszination der Aufführung speist sich einmal mehr aus dem brillanten Spiel der Frankfurter Akteure, von denen einige bereits auf der Winterthurer Bühne zu sehen waren.

Fotos © Birgit Hupfeld