DIE WILDENTE

Schauspiel von Henrik Ibsen
 

Henrik Ibsens Stück beschreibt den Organismus «Familie» als bürgerliches Schlachtfeld. Die Lebenslügner der «Wildente» sind Verlierer, Deklassierte, im Lebenskampf Unterlegene. Dass sie trotz allem ihren Humor und ihren Stolz nicht verlieren, zeigt die mit grossartigen Schauspielern besetzte Inszenierung von Elmar Goerden auf sehr berührende Art und Weise.

Der Fotograf Hjalmar Ekdal führt mit Ehefrau Gina und der vierzehnjährigen Hedwig ein bescheidenes, aber glückliches Leben. Während er an einer angeblich grossen Erfindung arbeitet, betreiben seine Ehefrau und Hedwig das Fotoatelier. Der ganze Stolz der Familie ist jedoch ihr Dachboden. Hier lebt neben Kaninchen und Tauben auch eine angeschossene Wildente, die besonders von Hedwig abgöttisch geliebt wird. Als Gregers Werle bei ihnen als Untermieter einzieht, bekommt das Familienidyll Risse. Im guten Glauben, Hjalmar die Augen öffnen zu müssen, konfrontiert der Wahrheitsfanatiker Gregers seinen Jugendfreund mit der Vergangenheit von dessen Ehefrau. Dass die Wahrheit nicht nur Hjalmar, sondern die ganze Familie Ekdal zerstört, hat er dabei nicht bedacht.

Fotos © Thomas Aurin