Dornröschen - Die letzte Zarentochter

Ballett von Youri Vámos, Musik von Peter I. Tschaikowski
 

Der ungarische Choreograf Youri Vámos hat die Dornröschen-Geschichte mit dem Schicksal der russischen Zarenfamilie verknüpft. Eine besonders grosse Rolle spielen dabei die Ereignisse um eine junge Frau, die im Berlin der späten 1910er-Jahre behauptete, die der Ermordung der Zarenfamilie entronnene jüngste Zarentochter Anastasia zu sein.
Die Berichte über die abenteuerliche Flucht der jungen Frau haben ihn, den grossen Geschichtenerzähler unter den zeitgenössischen Choreografen, dazu angeregt, ein abendfüllendes Stück über das Begriffspaar Erinnerung und Sehnsucht zu schaffen.

Das Stück zeigt als Rahmenhandlung eine herumgestossene, haltlose, ins Elend getriebene Frau, die sich aus ihrem Leid in eine vergangene Welt voll unbeschwerten Familienglücks hinüberträumt. Gegenstand dieser Träume ist das Leben am russischen Zarenhof mit all seinem Prunk, mit seinen rauschenden Ballnächten und spektakulären Hoffesten.

Es geht darum, einen Menschen zu zeigen, der - wie Vamos sich vor der Urauffürung ausdrükte - "besessen davon ist, ein anderer Mensch zu sein. Der in eine Fantasiewelt kippt, einen lebenslangen Wahn, aus dem ihn nur der Tod befreien kann". Dennoch ist "Dornröschen - Die letzte Zarentochter" kein düsteres Stück, sondern eine glanzvolle Huldigung an die Ball- und Festkultur vergangener Zeiten, getragen durch die ungemein melodiöse Musik Peter Tschaikowskis.
Mit der Unterstützung des Musikkollegium Winterthur werden Tschaikowskis wunderbare Melodien zum Leben erweckt. Zudem werden einige junge Tänzerinnen und Tänzer des Kindertanztheater Claudia Corti das Karlsruher Ensemble unterstützen.

 

Bilder © Jochen Klenk