Endspiel

Stück von Samuel Beckett
 

Der Titel ist Programm: In Samuel Becketts absurdem Theaterstück streben die Protagonisten unaufhaltsam ihrem scheinbar unabänderlichen Schicksal zu. Es geht um nichts weniger als um das Ende der Welt. Das Stück wirkt heute, angesichts der Kraftproben der Supermächte, der weltweiten Abkühlung auf diplomatischer Ebene, der drohenden Klimakatastrophe, nicht weniger prophetisch als zu seiner Entstehungszeit 1956. Doch der amerikanische Regisseur und Künstler Robert Wilson verwandelte es für das Berliner Ensemble in ein Zaubertheater für alle Sinne.

Hamm kann nicht stehen, Clov kann nicht sitzen, Hammist der Herr, Clov der Diener, beide sind zum Überlebenaufeinander angewiesen. In zwei Mülleimern leben ode rbesser vegetieren Nagg und Nell, Hamms Eltern, die «verfluchten Erzeuger». Auch sie können nicht fort. Gemeinsam spielen sie ein nie endendes «Endspiel» gegen die Hoffnungslosigkeit. Sie trotzen der untergehenden Weltmit unerbittlicher Ironie und heiterer Verzweiflung, denn:«Nichts ist komischer als das Unglück.»

«Lange hat es das nicht gegeben, auch bei Robert Wilson nicht. Diese Eindringlichkeit und Klarheit. Diese Konzentration. Diese Härte. Diese Komik.» Süddeutsche Zeitung