Galavorstellungen der Tanz Akademie Zürich

fussspuren XIV
 

Eigens für die Balletttalente der Tanz Akademie Zürich entstanden die klassischen, neoklassischen und zeitgenössischen Kreationen «Schräg», «Rendezvous hinter den Kulissen, «In the same breath», «Symphony» und «la Rumba & la Cumparsita» der renommierten ChoreografInnen Kinsun Chan, Maged Mohamed, Duncan Rownes, Roberta Martins und Marina Stocker-Diakova.

Lassen Sie sich von der choreografischen Vielfalt und der jugendlichen Frische und Kraft des talentierten Nachwuchses bezaubern!

«Schräg»
Lange Zeit habe ich das schweizerdeutsche Wort «schräg» aufgrund seiner Doppelbedeutung («schief», «abschüssig» oder «seltsam», «skurril» und «verrückt») als eigentümlich und interessant empfunden. Es ist ein einzigartiges Wort, da die beiden Definitionen eine physische und emotionale Ähnlichkeit aufweisen. Diese Definitionen inspirieren und beeinflussen dieses neue Werk, indem sie Bilder des Ungewöhnlichen und manchmal Unerklärlichen heraufbeschwören. (Kinsun Chan)

«Rendezvous hinter den Kulissen»
Für gewöhnlich sieht das Publikum bei Ballettvorstellungen auf der Bühne spektakuläre Kostüme, perfekte Beleuchtung, raffinierte Bühnenbilder und sehr elegante Bewegungen. Doch welche Arbeit steckt dahinter? Was geschieht, bevor diese wunderbaren jungen Talente zu professionellen Tänzern werden? Die Antwort ist einfach: Sie arbeiten jeden Tag hart für ihre bedingungslose Liebe zum Ballett. Die Arbeit mit diesen jungen Tänzern aus aller Welt, voller Möglichkeiten, Leidenschaft und Hoffnungen, die zusammenkommen mit dem einen Ziel: zu tanzen, war eine inspirierende Erfahrung. Meine Choreografie "Rendezvous hinter den Kulissen" zeigt den Prozess von der täglichen Ballettstunde im Studio bis zur Bühnenaufführung - und dies mit viel natürlichem Humor, denn bei unserer künstlerischen Tätigkeit gehören Spass und Vergnügen unbedingt dazu.(Maged Mohamed)

«In the same breath»
Beim Kreieren eines Stücks startet man zuweilen mit der Musik; für diese Kreation hingegen bin ich von einem Textfragment von Gil Scott Heron mit dem Titel «Running» ausgegangen. Zusammen mit der Pianistin Eva Szabo erarbeitete ich dazu eine Soundcollage, in der die realen Stimm- und Atemgeräusche von Tänzern mit der eindringlichen Musik von Ezio Bosso verwoben werden. «In the same breath» ist ein Stück, das alle Sinne anspricht: mit der Musik, der Stimme, der Bewegung und dem kreativen Ausdruck dieser fantastischen TänzerInnen. (Duncan Rownes)

«Symphony»
Als ich von Steffi Scherzer und Oliver Matz gebeten wurde, ein Stück für die Tanz Akademie Zürich zu erschaffen, war mein erster Gedanke: «Es muss etwas ganz anderes sein als mein letztes Stück, etwas Frisches, Glückliches mit ein wenig Humor.» Sergei Prokofiev ist ein sehr komplexer Komponist, und es ist anspruchsvoll, zu einem von ihm geschriebenen Stück zu choreografieren. Die humoristische Musik mit einem Hauch von Verliebtsein hat mich sehr inspiriert, obwohl dies für die Kinder eine grosse Herausforderung für ihr noch nicht vollständig entwickeltes musikalisches Verständnis darstellt. In meinem Kopf höre ich die Musik und ich sehe sofort, wie lustig, verspielt, aber auch ein wenig frech Tanzszenen sein können. Und das ist es, was dem Publikum übermittelt werden soll: die tänzerische schrittweise Entwicklung vom noch verspielten Kind bis hin zum heranreifenden Erwachsenen. Jeder trägt immer noch ein bisschen Kinderherz in sich ... (Roberta Martins)

«la Rumba & la Cumparsita»
Was ist eigentlich Charaktertanz? In unserer Schule sowie in zahlreichen anderen professionellen Ballettschulen ist der Charaktertanz ein wichtiges und anerkanntes Fach in der Ausbildung zum Bühnentänzer. Er wurde durch den klassischen Tanz stilisiert und ist mit diesem eng verbunden, weshalb er eine bedeutende Stellung in sämtlichen klassischen Ballettstücken diverser Choreografen einnimmt. Seit mehr als einem Jahrhundert schon sind die Charaktertänze die Zierde einer jeden Ballettaufführung. Die Kraft des Charaktertanzes liegt in seiner leidenschaftlichen Energie und Vielfältigkeit. Durch ihn vermag der Tänzer auf der Bühne Virtuosität und Individualität zu zeigen sowie sein Temperament und seinen Ausdruck in vollem Umfang zu entfalten.
Die zwei Charaktertänze - «Bellissimo la Rumba & la Cumparsita» - werden von den Schülern des Grundstudiums getanzt.(Marina Stocker-Diakova)

 

Fotos © Bettina Stöss