GAUTHIER DANCE

Choreografien von William Forsythe, Marco Goecke, Ohad Naharin, Cayetano Soto und Eric Gauthier
 

Gauthier Dance steht für spritzigen, originellen und energiegeladenen Tanz und unglaublich talentierte Tänzerinnen und Tänzer. So steckt hinter dem Titel «Classy Classics» kein opulenter Ballettabend, wie man vielleicht vermuten könnte. Vielmehr kehrt die in Winterthur überaus beliebte Compagnie mit einem fünfteiligen Abend zurück, der die Meisterstücke des Zeitgenössischen Tanzes feiert.

Cayetano Sotos «Malasangre» ist eine tief empfundene Hommage an die kubanische Sängerin La Lupe, die die Dunkelheit einer gequälten Seele zeigt und es schafft, diese Zerrissenheit zur Quelle der grösstmöglichen Energie zu machen. Mit der Musik der Queen of Latin Soul wird daraus eine exzentrische, fiebrige Revue, die es ihrem Publikum buchstäblich schwer macht, sitzen zu bleiben.

William Forsythe, ein Meister der Ballettmoderne, dessen künstlerische Handschrift seit Jahrzehnten von Eleganz und klaren Linien geprägt ist, hat mit «Herman Schmerman» ein wunderschönes Pas de deux voller Leichtigkeit und Humor geschaffen. Spöttisch, lässig und unglaublich virtuos.

Marco Goeckes «Äffi» ist die Choreografie, die seinen Durchbruch markierte. Schliesslich verlangt das atemlose Stück zur Musik von Johnny Cash seinem Performer tänzerische Höchstleistungen ab, technisch wie emotional.

Eric Gauthiers «Orchestra of Wolves» ist ein humorvoller Showdown zwischen einem Dirigenten und seinem Orchester. Zu den pochenden Klängen aus dem bekannten ersten Satz aus Beethovens 5. Schicksalssinfonie ziehen die Musiker in Wolfsmasken immer engere Kreise um ihren Chef. In der erweiterten neuen Fassung muss sich der unglückliche Mann am Pult einem noch grösseren Rudel stellen…

Ohad Naharins «Decadance» ist die ultimative Wundertüte. Kein Stück, sondern ein sich ständig veränderndes work-in-progress, das für jede Stadt, für jedes Publikum, für jede Compagnie aus Auszügen seiner bisherigen Arbeiten neu adaptiert wird.

Fotos © Regina Brocke