Im weissen Rössl

Singspiel von Hans Müller und Erik Charell, Musik von Ralph Benatzky, Gesangstexte von Robert Gilbert
 

Es gab Zeiten, da fuhr der Mensch, wenn er wünschte seinen Urlaub in exotischen Ländern zu verbringen, nach Österreich. Das Hotel «Zum weissen Rössl» am Wolfgangsee ist einer dieser Traumorte, zumindest aus Sicht der Stadtbewohner, wo man vor wunderschöner Bergkulisse die Seele baumeln lässt und sich zahlreichen Liebesverwicklungen hingibt.

Der Wolfgangsee liegt im Salzkammergut, wo man bekanntlich «gut lustig» sein kann. Besonders lustig wird es natürlich, wenn die Sommerfrischler aus Berlin stammen. Denn dann treffen herzliche Ruppigkeit und Berliner Schnauze auf den berühmten Schmäh des österreichischen Hotel- Personals. Zahlkellner Leopold ist unerwidert in Rössl- Wirtin Josepha verliebt, die wiederum ein Auge auf den Berliner Rechtsanwalt Siedler wirft. Dieser interessiert sich mehr für Ottilie … Und so ist im Hotel «Zum weissen Rössl» zwar der Gast König, aber es braucht mindestens den Auftritt Seiner Majestät des Kaisers, um im Urlaubsparadies Frieden und Erholung einkehren zu lassen.

Die schmissige Inszenierung vom Deutschen Theater Göttingen verantwortet niemand Geringeres als Tobias Bonn, dem Schweizer Publikum besser bekannt als Toni Pfister von den Geschwister Pfister. Er spielte selbst den Leopold in der Berliner Kultproduktion der «Bar jeder Vernunft» von 1994.

Fotos © Anton Säckl