L'Heure espagnole/L'Enfant et les sortilèges

Eine Comédie musicale und eine Fantaisie lyrique von Maurice Ravel (1875–1937)
 

Das Opernhaus Zürich beehrt uns wieder gemeinsam mit dem Musikkollegium Winterthur mit einer interessanten Neuproduktion, die im Theater Winterthur Premiere feiern wird. Der Abend vereint zwei Kurzopern des berühmten französischen Komponisten Maurice Ravel: die Komödie «L’Heure espagnole» (Die spanische Stunde) und die Oper «L’Enfant et les sortilèges» (Das Kind und die Zauberwelt), die in eine fantastisch-bedrohliche Welt der Kindheit führt.

«L’Heure espagnole» ist Ravels erstes Bühnenwerk, das der Komponist 1907 in einem einzigen Schaffensrausch niederschrieb. Ein Uhrmacherladen ist Dreh- und Angelpunkt amouröser Verwicklungen, in deren Zentrum die verführerische Conception steht. Nachdem ihr Mann das Feld geräumt hat, um sich in der Stadt um die öffentlichen Uhren zu kümmern, tauchen nacheinander drei Liebhaber auf. Jeder hat seine Vorzüge, aber am Ende schlägt die Stunde für den mit grosser Muskelkraft gesegneten Ramiro ...

Knapp zwanzig Jahre später vollendete Ravel «L’Enfant et les sortilèges». Ein Kind wird bestraft, da es seine Hausaufgaben nicht gemacht hat. Allein gelassen, zerstört es voller Wut das Intérieur des Zimmers. Da erheben sich die kaputten Gegenstände und Figuren gegen das Kind: eine Wedgwood-Teekanne und eine chinesische Tasse zum Beispiel, die miteinander in einer Mischung aus Französisch, Englisch und Pseudochinesisch reden. Komische Momente, Momente voller Poesie, aber auch für das Kind bedrohliche Situationen wechseln sich in der Folge miteinander ab. Ravel hat dafür eine an Farbenreichtum kaum zu überbietende Partitur geschrieben.