Orpheus in der Unterwelt

Operette von Jacques Offenbach
 

Zänkerei, Vorhaltungen, Seitensprünge: Die Ehe von Orpheus und Eurydike könnte miserabler kaum sein. So reagiert Orpheus hocherfreut, als er erfährt, dass Eurydike von ihrem Liebhaber Pluto, dem Herrn der Hölle, in die Unterwelt entführt wurde. Endlich ist er befreit vom Ehejoch und der Weg für neue Liebesabenteuer ist frei. Zum Jahreswechsel gönnen wir uns diesen Operettenspass mit mythologischem Hintergrund für die ganze Familie.

Reif für eine Veränderung in Sachen Liebe war Orpheus schon längst! Doch da protestiert die öffentliche Meinung vehement: Nichts Geringeres als das gute Ansehen der Antike steht hier auf dem Spiel. Missmutig muss Orpheus in den Hades reisen, um Eurydike von den Göttern zurückzufordern. Damit entfacht er einen gewaltigen Aufruhr auf dem Olymp. Dort ist man irritiert, dass Orpheus mit der Unterwelt Bekanntschaft schliessen will. In Begleitung einer ausgewählten göttlichen Entourage macht sich Jupiter höchstpersönlich auf, um in der Hölle zum Rechten zu sehen.

1858 wird in Paris die wohl wildeste Version des Mythos von Orpheus, der mit seinem Gesang sogar die Unterwelt zu rühren vermochte, uraufgeführt. Es war ein rauschender Erfolgund seitdem reisst das Meisterwerk die Zuschauer bei jeder Inszenierung zu frenetischen Begeisterungsstürmen hin.