Schöne neue Welt

von Aldous Huxley, Theaterfassung und Übersetzung von Robert Koall
 

Wäre es nicht schön, wenn alles geregelt wäre, wenn selbst der Tod seinen Schrecken verloren hätte? Wenn es keine Alltagsprobleme gäbe, wir keine soziale Ungerechtigkeit empfinden würden? Wenn schrankenloses Ausleben der Sexualität nicht verpönt, sondern erste Bürgerpflicht wäre? Eine Idylle? Oder eine Horrorvision?

In der schönen neuen Welt, die der amerikanische Autor Aldous Huxley als düstere Zukunftsvision Anfang der 30er- Jahre beschrieben hat, weiss jeder, wo er hingehört. Von den führenden Alphas bis zu den Epsilons, den arbeitenden Ameisen, hat jeder seine vorbestimmte Aufgabe. Es gibt keine Kriege, keine Interessenskonflikte, dafür Fühlfilme, Duftorgeln und die Staatsdroge Soma. Liebe, Familie und Kultur wurden als potenzielle Ursachen von Unglück ausgemacht und abgeschafft. Krankheiten sind ausgerottet. Ungetrübte, zügellose Jugend bis man sechzig ist, dann geht es zum sanften Sterben in die Lethalkammer. Nur einer will nicht zu dieser schönen neuen Zivilgesellschaft gehören, in der alles perfekt durchorganisiert ist: John Savage ist ein Wilder. Einer, der auf seinen eigenen Willen nicht verzichten will und für sich sein Recht einfordert, unglücklich zu sein. Er zettelt eine Revolte an.