VERSETZUNG

Stück von Thomas Melle
 

Wer ist zurechenbar und wer nicht? Wem sollen Kinder anvertraut werden? Wie reagiert eine von Leistungsdruck und Gesundheitswahn geprägte Gesellschaft, wenn eines ihrer Mitglieder sich als scheinbar falsches Versprechen erweist? Thomas Melle, dessen autobiografischer Roman «Die Welt im Rücken» schonungslos vom Leben mit seiner eigenen manisch-depressiven Erkrankung erzählt, lässt in «Versetzung» seine Hauptfigur mit dem gleichen Schicksal hadern.

Der Lehrer Ronald Rupp hat Erfolg: Von Schülern und Kollegen gleichermassen respektiert und geschätzt, soll er demnächst Schuldirektor werden. Auch ist privat Freude angesagt: Seine Frau ist schwanger. Ronalds Leben läuft wie am Schnürchen. Aber er trägt etwas in sich, was er bisher vor seinen Kollegen verbergen konnte: eine manisch-depressive Erkrankung. Und just im Moment seines grössten Erfolgs taucht eine verflossene Liebe auf und droht, ihn auffliegen zu lassen. Ein Beben kündigt sich an, dessen Erschütterungen Ronald urplötzlich vor das Nichts werfen.

«Hier kommt Theater der Realität extrem nah – kunstvoll, berührend und gleichzeitig informativ und aufschlussreich.» — St. Galler Tagblatt

Fotos © Tanja Dorendorf / T+T Fotografie