Vertigo 20

Choreografie von Noa Wertheim
 

Wie eine postmodernistische Fuge verknüpft Wertheims Choreografie Modernes und Folkloristisches, Tribalistisches und Scherzhaftes, Geschmeidiges und technomässig Hartes zu einem traumhaft schönen Reigen, der seine immense Sogkraft nicht zuletzt auch deshalb entfaltet, weil das alles auf der Bühne perfekt umgesetzt wird. Die elf Vertigo-Tänzerinnen und -Tänzer agieren technisch auf höchstem Niveau. Selbst komplexe, mit Kontrapunkt und Variation spielende Ensembles sind bis ins letzte Detail ausgefeilt. Die Rheinpfalz

Zum 20-jährigen Bestehen ihrer Company hat Noa Wertheim sich und ihren Tänzern diese Choreografie geschenkt. «Vertigo 20» ist wie eine Traumreise voller surrealistischer Bilder, grosser Emotionen und absurder Gegensätze – ein Fest für Auge und Ohr. Ausgehend von den Höhepunkten ihres bisherigen Schaffens und als eine Form produktiven Rückblicks hat sie Bewährtes neu zusammengefügt und weiterentwickelt. In einem zunächst karg anmutenden Raum entwickelt sich ein Feuerwerk tänzerischer Elemente, die kaum eine Atempause zulassen. Allesamt wirken sie wie fremdartige Wesen, deren getanzte Rituale den Zuschauer in ihren Bann ziehen.

Die Musik zu dieser schwindelerregenden Choreografie liefert Noa Wertheims langjähriger künstlerischer Partner Ran Bagno. Er unterstützt die Sprunghaftigkeit der Choreografie mit einem vielseitigen Soundtrack zwischen Leierkasten, harter Rhythmik und walzerhafter Melodik. Mit dieser Produktion setzt das Theater Winterthur seine Auseinandersetzung mit aktuellen Positionen des israelischen Tanzschaffens fort. Die in den USA geborene und in Israel aufgewachsene Choreografin gründete ihre Company 1992 im Anschluss an eine äusserst erfolgreiche Tänzerinnenkarriere gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Adi Sha'al.

Fotos © Gadi Dagon